Mittwoch, 17. April 2013

Von Athene geküßt, die moderne Bibliothek

Früher: Bibliothek – Die Büchersammlung


Früher, in der Vor-Internet-Ära, hatten Bibliotheken vor allem zwei Funktionen. Sie waren Aufbewahrungsort des gedruckten Wissens und der niedergeschriebenen Kultur. Und sie sorgten mit einer inneren Ordnung dafür, daß diese Schätze zugänglich blieben.

In der heutigen Zeit ist es nicht mehr notwendig Wissen und Kultur zwischen Pappdeckel gepresst in kilometerlange Regale zu stellen. Jeder PC, Ebookreader oder gar Smartphone kann heute hunderte elektronische Dokumente speichern, von speziell an die Bedürfnisse der Leser aufbereiten ganz zu schweigen.

Auch das Führen von Katalogen ist heute nicht wirklich notwendig, die meisten elektronischen Dokumente sind inhärent mit den Metadaten angereichert, die notwendig sind, um diese durch eine Suchmaschine auffindbar zu machen, ja, heute ist sogar eine Volltextsuche möglich, die vor wenigen Jahrzehnten undenkbar schien.

Auch Wegweiser im Mediendschungel ist heute kein Alleinstellungsmerkmal von Bibliotheken mehr. Und selbst muß man sich nicht mehr zu diesen Orten begeben, deren gesammelte Werke kommen via Internet zu uns. Jederzeit, rund um die Uhr.

Heute, die an Büchern Versammelten


Bibliotheken heute kann man mit zwei Dienstleistungen in Verbindung bringen.

Die erste ist die traditionelle Aufgabe des Bewahrens des Kulturgutes Buch, sprich: die Konservierung, Aufbewahrung, Zugänglichmachung und Erschliessung alter, historischer Schriften. Diese Aufgabe übernehmen in der Regel Sonderbibliotheken.

Die zweite Dienstleistung ist, wenn man genauer hinschaut, auch so neu nicht.
Die Zurverfügungstellung von Räumen, die das vertiefende Arbeiten, das entspannte Lesen, das kommunikative sich austauschen, das nachdenkliche Zuhören, das einander Begegnen, das konzentriert Recherchieren und des sich bildende Lernen ermöglichen.

Meines Erachtens, sind diese Dienstleistungen Kernaufgaben einer Bibliothek, die auch im Informationszeitalter noch Gültigkeit haben.

Wenn man sich dessen bewußt wird, so kann man dazu übergehen, in der Politik, vor allem aber in unserer Gesellschaft das Bewußtsein, daß es Bibliotheken braucht, neu zu erwecken.

Bibliotheken müssen vom Mief vergangener Jahrzehnte befreit werden. Unsere Gesellschaft braucht sie.

Bibliothek ist dann ein neutraler Ort, wo räumliche und virtuelle Welt aufeinandertreffen, wo Zukunft und Vergangenheit sich berühren können.

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