Donnerstag, 22. August 2013

Hürdenlauf Politisch aktiv sein – Hürde Kommunikationsoverload

By Eckhard Pecher (Arcimboldo) (Own work)
[CC-BY-2.5  (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5 )],
 via Wikimedia Commons

Politisch desinteressiert? Oder zu hohe Mauern?

Neben der Hürde der fehlenden Informationen, gibt es noch eine Reihe weiterer Hürden, vor denen man als politisch interessierter Mensch steht, wenn man aktiv werden will. 

Hürde Kommunikationsoverload

Um hier mal wieder meine Erfahrungen mit den Piraten ins Spiel zu bringen. Als ich anfing, gab es zwei Hauptmedien: die Mailingliste und das Wiki (und eine kleine Homepage).

Heute sind es gefühlt:
  • tausende Mailinglisten, 
  • zehntausende Wikiseiten, 
  • hunderte Pads, 
  • Liquidfeedback, 
  • lokale, regionale und überregionale Homepages, 
  • Twitter, 
  • Mumble,
  • Telkos, 
  • Squads, 
  • AGs, 
  • Crews, 
  • Tools, wie Wikiarguments, Openantrag, Trello, 
  • Portale des Bundes- und der Landesvorstände,
  • Presse,
  • interne Zeitschriften
  • Flyer, Broschüren
  • Podcasts
  • Streams
  • direkte Kommunikation
Jeder kommuniziert wie er kann und mag. Und für keinen ist mehr erkennbar, welche kommunizierten Inhalte sind wichtig, welche weniger. Welchen kann ich vertrauen? Was sind Gerüchte, was sind gesicherte Erkenntnisse? Gibt es Widersprüche?

Mein Tag hat 24h und nicht die ganze Zeit kann ich für die Bewältigung dieser Kommunikation aufbringen. 

Das Beispiel zeigte nur einen Auszug aus den Kommunikationmedien bei der Piratenpartei. Wenn ich mich mit Themen, wie Urheberrecht auseinandersetze multipliziert sich das noch einmal. Da gibt es dann Informationen der Lobbyverbände, von Kritikern, von anderen Parteien. Ich muß mich lokal, regional, überregional vernetzen, die Kommunikationsbeziehungen aufbauen, pflegen, bewerten.

Jedes dieser Kommunikationsmittel unterliegt eigenen technischen Beschränkungen, hat einen eigenen Kommunikationsstil, kennt unterschiedliche Umgangsformen und ist qualitativ und quantitativ höchst unterschiedlich.

Als wichtigstes Hilfsmittel hat sich bewährt, Kommunikationsmittel in synchrone und asynchrone zu unterteilen. 
Dringende Kommunikation über synchrone Medien, dann aber die Anzahl reduzieren (zum Beispiel der telefonische Kontakt).
Über asynchrone Medien tausche ich dann wichtige und nicht dringliche  Informationen aus. 

Und wenn das Rauschen in einem Kanal das Wissenswerte übersteigt, hilft nur noch Abschalten.

Die Hürde Kommunikationsoverhead kann jeder für sich nur durch Priorisierung nehmen. 

Organisationen können dies aber unterstützen.

Die Priorisierung funktioniert aber nur, wenn die wichtigen Nachrichten vom Rauschen nicht überdeckt werden. Dies geht, indem zB. Ankündigungs-Mailinglisten für wichtige Termine angeboten werden. 

Insgesamt sollte eine Organisation die Zahl der verschiedenen Kommunikationsarten begrenzen. 

Hilfreich ist auch, sich auf eine Netikette zu verständigen und diese zu leben. Für den Nutzer muß erkennbar sein, welcher Kommunikationskanal für welche Zwecke geeignet ist (was wird kommuniziert) und  wie er genutzt wird (Regeln des Miteinander).